So wirst du gehört: Die Macht deiner Stimme im Business – mit Karin Wedra
Shownotes
In dieser Folge spreche ich mit Sprechtrainerin Karin Wedra darüber, wie du deine Stimme bewusst einsetzt, Menschen mitnimmst und durch Storytelling echte Verbindung aufbaust.
Denn gerade im Business reicht es nicht, nur Wissen zu teilen. Du musst es so transportieren, dass es ankommt – emotional, klar und präsent.
Wir sprechen darüber: – wie Karin ihren Weg zur Sprechtrainerin gefunden hat – was "Die Sprechwerker" besonders macht – warum Storytelling im Business unverzichtbar ist – wie du durch persönliche Geschichten Vertrauen aufbaust – weshalb viele ihre eigene Stimme ablehnen – und wie du das überwindest – konkrete Übungen, um deine Stimme zu stärken und mehr Präsenz zu entwickeln – und warum Sichtbarkeit immer auch bedeutet, bewertet zu werden
Diese Folge ist für dich, wenn du… – deine Botschaft klarer nach außen tragen willst – mit deinem Podcast oder Content mehr Wirkung erzielen möchtest – oder lernen willst, dich authentisch zu zeigen – ohne dich zu verstellen
Und sie ist eine Erinnerung daran: Deine Stimme ist mehr als nur ein Werkzeug. Sie ist dein stärkstes Mittel, um Menschen zu erreichen.
Mehr zu Karin & Die Sprechwerker: https://die-sprechwerker.de https://www.karinwedra.de
Stay inspired Arabella Instagram: @arabella.creativeoffice Website: www.arabella-creativeoffice.de
Transkript anzeigen
Interview Karin final
(0:05 - 0:20)
Dein aktuelles Leben spiegelt nicht dein volles Potenzial wider? Dann bist du hier genau richtig. Willkommen bei Femrise – Business, Mindset und Mut für deinen Weg in die Selbstständigkeit. Ich bin Arabella, Podcast-Expertin und Gründerin meines Unternehmens Creative Office.
(0:21 - 0:42)
In diesem Podcast bekommst du klare Business-Strategien, Mindset-Impulse und ehrliche Gespräche mit Frauen, die ihren Traum von Unabhängigkeit leben, Gespräche über Gründung, finanzielle Selbstbestimmung und die innere Haltung, die es braucht, um wirklich für sich loszugehen. Femrise ist ein Raum für Klarheit, Mut und Wachstum. Hör rein, abonnier den Podcast und lass uns gemeinsam wachsen.
(0:51 - 1:12)
Frage, wenn du dich aufnimmst, dann hört man seine Stimme das erste Mal von außen. Das ist für die viele so fremd. Ich habe heute einen ganz besonderen Gast bei mir sitzen und zwar ist sie Sprechtrainerin und wir sprechen heute über ihren Weg, ihre Arbeit als Sprechtrainerin und wie Stimme, Sprache und Storytelling im Business wirken.
(1:13 - 1:26)
Hallo Karin. Ja, hallo Arabella, Mensch, schön, dass ich heute bei dir sein kann. Magst du dich mal einfach ganz kurz dich und dein Business vorstellen in ein, zwei Sätzen, dass wir dich mal kurz hier kennen werden? Ja, sehr gerne.
(1:27 - 2:34)
Also mein Name ist Karin Wetra und ich habe mit einer Kollegin zusammen die Schule für Geschichtenerzähler, die Sprechwerker und da geht es natürlich um Stimme, um Sprache, aber auch um Bühnentraining, also alles, was man so als Speakertrainer braucht, die Bühne zu spielen, aber es geht eben darum, auch Geschichten zu erzählen, von alten Geschichten bis zu neuen oder biografischen Geschichten. Und das ist etwas, was Menschen sehr berührt und ich habe den Eindruck, gerade je digitaler die Welt wird, je mehr KI, desto mehr haben die Menschen Sehnsucht nach diesem echten, nach dieser menschlichen Begegnung. Total schön.
Wie bist denn du selber auf das Thema damals gekommen? Tatsächlich, ich habe Literaturwissenschaft studiert und die Geschichten und Sprache und Sprechen, das begleitet mich schon immer, also seit bald 30 Jahren. Und dieses Geschichten erzählen ist wirklich etwas, glaube ich, diese Fantasie, dieses Menschen mitnehmen auf eine andere Reise, das ist, glaube ich, einfach hängen geblieben. Und ich finde, Stimme und Sprache ist etwas, wo man Menschen sehr berühren kann.
(2:34 - 3:04)
Wenn man sich für Stimme und Sprache eben auch Zeit nimmt, auch sich überlegt oder auch sich darauf einlässt und sagt, wie wirkt denn meine Stimme, meine Sprache, nicht so durchrattert, damit man etwas gesagt hat, sondern wirklich es auch genießt, zu sprechen und zuzuhören. Mega, ja. Wie sieht denn so ein Schüler aus, der zu dir kommt? Oder eher gesagt, was lernen die denn dann, wenn die zu euch kommen? Der Geschichtenerzähler an sich, was ist denn das für eine Klasse, für eine Spezies, genau.
(3:05 - 3:28)
Tatsächlich, zu uns kommen ganz bunt gemischte Leute. Also, was sie alle gemein haben, ist die Freude an Geschichten, Freude an fantastischen Motiven, biografisch oder eben alte, tradierte Geschichten. Die Freude an der Sprache und natürlich auch Menschen zu begegnen, weil, wer Geschichten erzählt, erzählt sie ja jemandem sozusagen.
(3:29 - 3:41)
Aber wir haben ganz unterschiedliche Berufe. Ein Klassiker ist natürlich die Kindergärtnerin oder der Kindergärtner, die mit Kindern arbeiten, Lehrer auch. Aber wir haben auch ganz viele unterschiedliche Leute.
(3:41 - 3:57)
Wir haben Rechtsanwälte, wir haben Polizisten gehabt, wir haben Köche gehabt. Also eine Köchin, die dann zwischen den Gängen immer rausgegangen ist und ihren Gästen Geschichten erzählt hat. Wir haben Polizisten, die Jugendarbeit gemacht haben und dann wirklich gesagt haben, sie erzählen Geschichten aus ihrem Berufsalltag.
(3:58 - 4:13)
Also ganz unterschiedlich. Und ich gehe auch sehr viel in der Wirtschaft und mache dort Führungskräftetraining, weil es so wichtig ist, Menschen zu begeistern, zu motivieren, mitzunehmen. Auf alle Art und Weise, die auf Augenhöhe passiert.
(4:15 - 4:35)
Ja klar, gerade auch im Business ist ja einfach die Aussprache auch nochmal so wichtig, wie du schon sagst, die Leute zum einen mitzunehmen, aber halt auch nach außen, wie man kommuniziert im Allgemeinen. Also da kann ich gerne so ein Beispiel geben, was wir momentan ganz viel haben. Wir haben zum Beispiel die Frauenquote und ich finde das gut, ich bin auch eine Frau.
(4:36 - 4:56)
Also Frauen in die Führungsebene finde ich einen schönen Moment, dass das auch einfach passiert. Wir haben aber viele junge Frauen, was passiert ganz einfach körperlich, wenn eine Frau aufgeregt ist, schießt ihre Stimme nach oben weg. Das ist genau natürlich in Momenten, wo man das nicht möchte, weil man will ja seriös und ernst genommen werden.
(4:56 - 5:16)
Und zum Beispiel arbeite ich dann auch viel mit Frauen zusammen, einfach zu sagen, nimm dir deinen Raum. Also wirklich im Meetingraum selbst dir eine Bühne schaffen. Nicht so immer so ins Eck hinten hinstellen, sei bescheiden, sei nett, was wir Frauen ja immer gerne mitbekommen, sondern wirklich sagen, nein, ich bin hier, ich mute mich zu mit allem, was ich bin.
(5:17 - 5:34)
Und auch meine Stimme füllt den ganzen Raum und das kann man trainieren. Und man kann auch dieses Wegschießen nach oben abtrainieren, dass man wirklich sagt, nee, ich stehe hier, ich bin hier die Vortragende und ich nehme meinen Platz. Also das ist so ein Klassiker, den wir einfach im Business immer haben.
(5:34 - 5:54)
Aber ich arbeite auch mit Männern, die haben ein bisschen andere Themen, genau. Ja klar, spannend, wie die auch lernen, sich gut zu äußern. Was sind denn so Tipps im Storytelling? Was würdest du denn da sagen? Wir haben schon mal darüber gesprochen, dass du ja auch aus dem Marketing kommst und da einfach das altbekannte Storytelling ja auch eine Riesenrolle spielt.
(5:54 - 6:07)
Ganz genau. Also tatsächlich Storytelling, ich höre da immer dreimal hin, was derjenige, der mir gegenüber ist, wirklich damit meint. Also will er nur schicke Hooks für einen Social Media Post machen, wird ja auch oft Story genannt.
(6:08 - 6:46)
Oder sagt man wirklich, Mensch, ich habe eine Präsentation, wie steige ich denn ein? Und bei Letzteren zum Beispiel gibt es wirklich einen Tipp, der ist wirklich einfach, aber bringt so unglaublich viel. Wenn du zum Beispiel mal eine Präsentation anfängst mit der Frage, warum stehe ich denn überhaupt hier? Also was begeistert mich an dem Thema oder was finde ich wichtig oder warum springe ich dafür in die Bresche? Was passiert in dem Moment? Du wirst dann eine Geschichte, eine persönliche Geschichte von dir selbst erzählen. Das nennt man dann auch ein bisschen Personal Brand, was da passiert.
(6:46 - 7:11)
Du öffnest dich, keiner weiß es besser als du. Also es kann dich auch niemand verbessern, weil du ja von dir erzählst. Und dieses Personal Storytelling ist etwas, das ist eine Schatzkiste ohne Ende, weil du ja zu jedem Thema, das du erzählst oder wo du einen Vortrag hältst, immer dich fragen kannst, was habe ich denn schon dazu erlebt? Hat vielleicht meine Tante Erna dazu immer ein Sprichwort gehabt.
(7:11 - 7:32)
Selbst das ist etwas total Lustiges, wenn du sagst, wie meine Tante Erna schon immer sagte. Und das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen lustig an, aber in vielen Führungskräften-Meetings wird genau das aus der Tüte gezogen. Und es ist mega sympathisch, wenn dann jemand sagt, Mensch, ich erzähle euch mal, was ich von meinem Großvater gelernt habe, zum Beispiel.
(7:35 - 7:54)
Ja, und es macht ja auch noch mal nahbarer einfach von der Person, was Persönliches zu hören. Ganz genau, ganz genau. Jetzt habe ich auch oft Frauen mal bei mir sitzen, die voll gerne einen Podcast starten würden, aber sich einfach nicht trauen, sich hörbar in dem Moment sichtbar zu machen, also mit ihrer Stimme rauszugehen.
(7:54 - 8:20)
Begegnet ihr das dann auch oft mit den Leuten, die zu euch kommen? Als Klassiker haben wir diesen Punkt, gerade wenn du dich aufnimmst, dann hört man seine Stimme das erste Mal von außen. Das ist für die viele so fremd, dass sie teilweise diese Hürde gar nicht schaffen und sich daran gewöhnen und dann einfach aufhören. Und man muss dann wirklich immer erklären, nein, nein, du hörst dich ja tagtäglich nur von innen und jetzt hörst du dich von außen, weil es jetzt aufgenommen wurde.
(8:21 - 8:32)
Also das ist so diese Hürde, die ganz schwierig ist. Und auch tatsächlich der Punkt, wenn du sichtbar bist, also Sichtbarkeit aushalten. Plötzlich all spots on you.
(8:33 - 8:48)
Und das ist einmal etwas, wenn dich alle anschauen, alle hören und dann geht's los. Ich mache zurzeit gerade ein ganz großes Lampenfiebertraining und das ist der Klassiker, nämlich dieser Leistungsdruck. Und dann haben wir einen Moment, da sind wir alle gleich für Menschen.
(8:49 - 8:59)
Wir kommen auf die Welt und wollen geliebt werden. Und dann in einem Berufsleben haben wir das irgendwann mal aufgegeben, glaube ich, dass wir da nicht immer überall geliebt werden. Aber wir wollen zumindest eine Anerkennung haben.
(9:00 - 9:10)
Also es ist die nächste Stufe von geliebt werden, ist die nächste Stufe, ich will anerkannt werden. Und das ist natürlich, wenn man sichtbar ist, plötzlich extrem in Gefahr. Also für uns im Unterbewusstsein.
(9:11 - 9:32)
Was ist Unterbewusstsein, Gefahr, Gefahr? Es könnte ja jemand herkommen und sagen, was ist denn das für ein Mist? Und da sage ich dann auch immer, Performance und Person trennen. Also selbst wenn du mal einen Mist erzählst, was passieren kann, wenn man den ganzen Tag redet, kann man auch mal was erzählen, was nicht so klug war. Dann bist du trotzdem ein liebenswerter Mensch.
(9:33 - 9:53)
Und diesen Moment zu trennen, dass das, was ich auf der Bühne mache, eine Facette von mir ist, aber mich nicht komplett in meinem Sein verurteilt, wenn mich mal jemand nicht mag. Und gerade jetzt vor zwei Tagen habe ich ein so wunderbares Beispiel gehabt. Ich habe eine liebe Kollegin, die wirklich eine gestandene Bühnenfrau ist.
(9:54 - 10:01)
Also wirklich. Und die rockt die Bühne, das kannst du dir nicht vorstellen. Und da war eine Dame, die fand einfach alles blöd.
(10:01 - 10:19)
Also alles. Von A bis Z. Und es lag gar nicht an ihr. Und trotzdem hat sie dieses harte Feedback so getroffen, obwohl die so oft auf der Bühne steht, dass man gar nicht so einfach sagen kann, das interessiert mich nicht, was andere meinen, sondern manchmal trifft es einen halt doch.
(10:19 - 10:36)
Und dann ist es immer gut, dass man eine Kollegin hat, die kann man anrufen, die rutscht einem die Krone wieder zurecht und klopft einem auf die Schultern. Und das tut einem einfach gut, sich gegenseitig ein bisschen zu stärken. Spannend, was da so im Unterbewusstsein überhaupt passiert.
(10:36 - 10:51)
Ja, wenn wir plötzlich Kritik bekommen, die uns dann doch trifft, oder wir nehmen es dann doch persönlich, obwohl wir wissen, wir sollen es nicht persönlich nehmen, aber wir sind halt Menschen. Und jetzt sehe ich ja nochmal den Vergleich beim Podcast. Bleibt die Aufnahme ja bestehen.
(10:51 - 11:04)
Wenn ich da dann was falsch sage, und es ist im Netz so quasi. Sie erzählen ja immer auch da eben genau das, was die Personen erleben, was sie in ihr Business tagtäglich arbeiten. Also im Endeffekt, das fehlt oft nicht am Thema an sich.
(11:05 - 11:15)
Ja, und manchmal hat man beruflich vielleicht auch Themen, die eben außen polarisieren. Das ist manchmal berufsbedingt auch. Und das eben auszuhalten.
(11:15 - 11:26)
Also als alter Marketeer kann ich sagen, polarisierende Themen sind auch gut fürs Geschäft. Aber man muss sie auch aushalten können, dass da Widerspruch einfach kommt. Genau.
(11:26 - 11:43)
Jetzt hast du vorher noch erzählt, ihr habt eben mit der Stimme, dass man die auch selber stärken kann oder dann Training machen kann. Gibt es da Tipps, die man im Alltag anwenden kann, um da seine Stimme einfach zu stärken? Absolut. Also die meisten Menschen sind sehr im Kopf.
(11:44 - 12:02)
Und da hilft wirklich diese Erdung. Also jeder, der so ein bisschen mal Erdungsthemen gemacht hat, hat 50 Methoden, wie er das machen kann. Man kann sich vorstellen, man hat Wurzeln, die in den Boden reingehen oder man wippt eine Zeit lang immer nach unten oder stampft auch mal eine Zeit lang richtig fest auf dem Boden auf.
(12:02 - 12:30)
Dass man sich von diesem Kopfgeschwurbel, nenne ich es mal, diese ganzen Gedanken, die wie eine Waschmaschine im Kreis laufen, wieder mal runterkommt auf den Boden. Was passiert? Wir sprechen langsamer, wir sind besonnener in unserer Wortwahl, weil wir langsamer werden und die Stimme geht nach unten. Also ich werde dann nicht mehr so, ich nenne es immer fast so flirrend, wenn die Gedanken so flirren, sondern ich komme wirklich wieder runter.
(12:30 - 12:48)
Diese Erdung ist so wichtig. Und ein zweiter Punkt, den ich auch Frauen echt empfehle, ist Tönen. Also wirklich so aus der Bauchatmung heraus ein ganz langes A, ein ganz langes O oder E, also ein Vokal zu tönen.
(12:49 - 13:07)
Was passiert hier? Auch in verschiedenen Tonlagen, mal hoch, mal tief. Wir werden unsere Stimmvolumen erweitern. Also ich komme, wenn ich das 10 Minuten mache, sehr, sehr hoch plötzlich und sehr, sehr tief, weil ich mich langsam daran gewöhne.
(13:08 - 13:26)
Aber ich werde auch meine Stimmresonanz, also mein Volumen der Stimme erhöhen. Das ist genau, ich sage deswegen für Frauen, weil Frauen haben physikalisch das Thema, dass ihre Stimme nicht so kraftvoll ist wie die der Männer. Das ist einfach so in der Natur der Sache.
(13:27 - 13:42)
Ich sage meistens, nicht immer. Aber da kann man wirklich, wenn man sagt, ich möchte, wenn ich einen Vortrag halte, wirklich den Raum ausfüllen, also dass sich der Schall an der Wand quasi andotzt und wieder zurückfällt. Das ist wirklich physikalisch.
(13:43 - 14:09)
Da brauche ich aber ein Volumen. Und das schaffe ich mit dem Tönen. Und als kleinen Trick, damit man mal versteht, welche Power dein Sound hat, fang mal an zu tönen, vier, fünf Minuten und dann stell dich vor eine Wand, also wirklich mit dem Gesicht vor die Wand, sodass die Nase vielleicht zwei Zentimeter da vorweg steht, auf eine glatte Wand und töne da mal lautstark weiter.
(14:10 - 14:25)
Dann wirst du sehen, wie dir der ganze Schall ins Gesicht zurückdrückt. Und dann wirst du mal die Wucht deines Tones richtig spüren. Und dann verstehst du auch, wenn ich meine, den Raum füllen, weil der Schall wirklich eine Kraft hat.
(14:26 - 14:44)
Spannend, ja. Magst du uns vielleicht noch mal was über die Sprechwerke erzählen? Wie das mit den Kursen abläuft? Wie lange man dann dabei ist? Ob es da verschiedene Arten von Kursen gibt? Ja, also die Sprechwerke ist eine Schule für Geschichtenerzähler. Wir bilden also Geschichtenerzähler aus.
(14:44 - 15:08)
Unsere Mission heißt, die Welt braucht mehr Geschichtenerzähler und wir bilden sie aus. Und meine Kollegin, die Barbara Kreiner-Burgert und ich, sind seit 2012, haben wir die gegründet und sind gemeinsam unterwegs und sind eben im deutschsprachigen Raum auch tätig, arbeiten viel online. Und wir haben so eine Grundausbildung, die ist berufsbegleitend auf jeden Fall.
(15:09 - 15:30)
Wir haben die meisten Kurse, sind online, aber einige, da sind eben auch Präsenzseminare, gerade wenn es um Bühnentechnik, Bühnenerfahrung ist, da muss der Körper einfach gespürt werden, wie er sich verhält auf der Bühne. Und eben, wie so ein Auftritt wirklich ist, wenn du angeschaut wirst. Und das dauert ein gutes Jahr und dann gibt es wirklich einen Abschluss.
(15:31 - 15:51)
Und dazu gibt es immer wieder Kurse, die wir dazu flankierend anbieten, weil wir schon einen großen Stamm an Geschichtenerzählern und Erzählerinnen haben, die sich freuen, wenn uns wieder was Neues einfällt. Das heißt, wir machen aus der Mythologie Dinge. Oder ich mache liebend gerne, da gebe ich Kurse zur Sprache und zum Sprechen.
(15:51 - 16:32)
Und da gehe ich zum Teil wirklich in die Silben hinein, weil du auch Worte so aussprechen kannst, dass sie das Adjektiv wirklich ausdrücken. Also wenn du sagst, hüpfen, und das ist wirklich mit dem Pfff betont, dann springt das ganze Wort auf einmal. Und gerade ist es, glaube ich, das kennst du bestimmt, Arabella, wenn du einen Podcast machst, wie wichtig das ist, die Worte, die was sagen sollen, so betont und auch genussvoll zu sprechen, dass es nicht einfach nur so runtergerattert wird, sondern wirklich mit Langsamkeit, mit Tempo, laut, leise, hell, tief, einfach so viel modulieren können, dass es richtig Spaß macht, zuzuhören.
(16:32 - 16:41)
Und dann haben wir einfach ganz viele Seminare drumherum, die immer wieder abwechseln. Da kann man einfach mal reinschauen, was einem da groß gefällt. Sehr cool, auf jeden Fall.
(16:42 - 17:13)
Ja, was hast du denn für eine Botschaft an die Zuhörer, die hier gerade dabei sind, von dir zu dem ganzen Thema mit der Stimme, zum Storytelling, was dir einfällt? Eine Botschaft, ich glaube, eine Erfahrung, die ich gemacht habe. Als ich angefangen habe, Geschichten zu erzählen, habe ich mich erstmal auf die Kids gestürzt, weil ich mir dachte, klar, Geschichten erzählen ist ja was für Kinder. Und dann habe ich gemerkt, dass dahinter die Eltern, die zuhören, genauso große Augen kriegen und genauso den Mund offen hatten.
(17:13 - 17:32)
Und dann dachte ich mir, was passiert hier eigentlich? Hier passiert doch etwas, was uns alle betrifft. Und da habe ich es mir wirklich zum Auftrag gemacht. Also du kennst es vielleicht, 14.30 Uhr im Meetingraum, alle haben die PowerPoint-Schlacht, Kartoffelkoma, es ist furchtbar.
(17:33 - 18:19)
Und dann dachte ich mir, warum tun wir uns das an? Warum erzählen wir uns nicht mehr Geschichten? Und wirklich sich mehr zu trauen, Geschichten zu erzählen, da muss man jetzt nicht bei den Grimms rumblättern, sondern einfach sich mal überlegen, welche Geschichten sind in meinem eigenen Leben vorgekommen, die jetzt interessant sein können. Nicht jede Geschichte, die man erlebt hat, ist jetzt interessant in dem Moment, aber wirklich sich mal zu überlegen, Mensch, was habe ich denn zu dem Thema erlebt? Ist denn das jetzt Mehrwert für die Leute? Und oft ist es so, denn der Punkt ist, sobald du überhaupt mir sagst, ich erzähle euch jetzt mal eine Geschichte, wirst du merken, dass die Gesichter ruhiger werden, friedlicher, die Menschen lehnen sich zurück. Es ist wie so ein Fliegenspfeife rauchen.
(18:20 - 18:28)
Ich erzähle euch mal eine Geschichte. Und es passiert so eine Entspannung. Und deswegen, tatsächlich, liebe Leute, erzählt mehr Geschichten.
(18:29 - 18:37)
Dann sind wir eigentlich schon durch, würde ich sagen. Ja, vielen Dank. Sehr schön, dass du uns heute mal ein paar Tipps zur Stimme gegeben hast.
(18:47 - 18:47)
Vielen Dank.
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