Vertrieb verstehen: Wie Martina Graf Unternehmen zu mehr Klarheit im Business verhilft
Shownotes
In dieser Folge von Femme Rise spreche ich mit Martina Graf, Gründerin von Elianos. Martina unterstützt Unternehmen und Selbstständige dabei, Klarheit in ihrem Vertrieb und Marketing zu bekommen – damit gute Angebote auch die richtigen Kunden erreichen.
Wir sprechen über ihren Weg aus der Anstellung in die Selbstständigkeit, über Selbstzweifel beim Gründen und darüber, warum echter Vertrieb vor allem bedeutet, den Kunden wirklich zu verstehen.
Außerdem geht es darum, warum viele Unternehmer zwar ein gutes Produkt haben, aber trotzdem Schwierigkeiten haben, neue Kunden zu gewinnen – und welche Rolle Klarheit über Zielgruppe und Angebot dabei spielt.
Eine inspirierende Folge für alle, die ihr Business aufbauen oder ihre Kundengewinnung strategischer angehen möchten.
Mehr zu Martina Graf Website: www.elianos.de LinkedIn: Martina Graf LinkedIn: ELIANOS
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Wenn dir die Folge gefallen hat, freue ich mich, wenn du Femme Rise abonnierst. Und wenn du selbst darüber nachdenkst, einen Podcast für dein Business zu starten, schreib mir einfach „Analyse“ und lass uns gemeinsam schauen, wie dein Podcast zur Stimme deiner Marke werden kann.
stay inspired Arabella Instagram: @arabella.creativeoffice Website: www.arabella-creativeoffice.de
Transkript anzeigen
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(0:05 - 0:15)
Dein aktuelles Leben spiegelt nicht dein volles Potenzial wider? Dann bist du hier genau richtig. Willkommen bei FemRise. Business, Mindset und Mut für deinen Weg in die Selbstständigkeit.
(0:15 - 0:35)
Ich bin Arabella, Podcast-Expertin und Gründerin meines Unternehmens Creative Office. In diesem Podcast bekommst du klare Business-Strategien, Mindset-Impulse und ehrliche Gespräche mit Frauen, die ihren Traum von Unabhängigkeit leben. Wir sprechen über Gründung, finanzielle Selbstbestimmung und die innere Haltung, die es braucht, um wirklich für sich loszugehen.
(0:35 - 0:59)
FemRise ist ein Raum für Klarheit, Mut und Wachstum. Hör rein, abonniere den Podcast und lass uns gemeinsam wachsen. Gründerinnen würde ich empfehlen, frühzeitig tatsächlich sich Gedanken zu machen zu den Kunden, zu den eigenen Stärken und Schwächen auch.
(1:00 - 24:03)
Hallo zusammen zu einer neuen Folge von FemRise und ich habe heute die Martina von Elianus bei mir sitzen, die auch ihr Unternehmen gegründet hat und mit der sprechen wir einfach mal über ihren Weg und ja, was sie uns da heute so zu berichten hat. Hi Martina. Hi Arabella.
Ja, wie ging das denn bei dir los? Du bist auch selbstständig, ich weiß, wir haben uns bei einem Netzwerktreffen letztes Jahr kennengelernt. Magst du uns einfach mal so kurz deinen Weg erzählen, wie du von der Anstellung quasi in die Selbstständigkeit gekommen bist? Natürlich, sehr, sehr gerne. Ganz klassisch war es nicht oder war es auch, je nachdem.
Ich wusste eigentlich schon immer, dass ich, dass ich mal was eigenes haben möchte, dass ich selbstständig sein möchte, habe dann aber sicherlich zu Beginn den sicheren Weg gewählt, also den Weg in eine Anstellung. Habe verschiedene Stationen durchgemacht und man muss ganz klar sagen, ich hatte einfach auch das Glück, dass ich mich im Unternehmen oder in den Unternehmen immer weiterentwickeln konnte, dass ich da auch verschiedene Tätigkeitsfelder mitnehmen konnte und vor allem auch, sagen wir mal so, ein bisschen strategisch arbeiten konnte, also mich da auch so verwirklichen konnte. Der Gedankengang der Selbstständigkeit war aber nie weg und das war letztes, vorletztes Jahr, wo wir dann, wo ich dann auch entschieden habe, jetzt ist es, der Zeitpunkt einfach auch gekommen.
Ich war jahrelang, habe jahrelang gesehen, wie irgendwie Berater ein- und ausgehen in die Unternehmen und es ist nicht wirklich was geblieben, außer teure PowerPoint-Präsentationen und das war dann so der Punkt, wo ich gesagt habe, das muss besser gehen, das geht besser und wie gesagt, ich hatte jetzt einfach genug Praxiserfahrung, dass ich dann auch diesen Schritt gegangen bin. Sehr cool. Was hat es dazu gebraucht damals oder wie war so wirklich der Sprung dann? Ich glaube, es hat jede Menge Mut gebraucht, innere Überzeugung mit Sicherheit, weil man macht sich ja dann ganz, ganz viele Gedanken, was, wie, wo, wenn.
In meinem Fall hat es zwei Kinder gebraucht, wo ich gewusst habe, in diese Teilzeit, Arbeit, also nicht sinnfrei, aber einfach, ich habe nur operativ dann gearbeitet, ich war nicht mehr in diese strategischen Themen involviert und da habe ich, da habe ich gemerkt, da will ich nicht mehr zurück, das ist nicht meine Welt. Umgekehrt aber im Arbeitsmarkt an vielen Firmen wenig Möglichkeit, wirklich in strategisch relevante Positionen zu kommen, wenn du zwei Kinder daheim hast und vielleicht eine Kindergartenöffnungszeit gebunden bist und das war dann einfach so das letzte Tüpfelchen, was dann gefehlt hat. Also nicht, dass ich Kinder gekriegt habe, aber es war so der letzte Punkt, der für mich gefehlt hat, um dann auch diesen Weg zu gehen.
Und was waren so die nicht so tollen Weiten daran oder Herausforderungen, sagen wir es mal so? Innere Selbstzweifel mit Sicherheit. Mir kann es meistens nicht schnell genug gehen. Ich bin da wirklich ein Schaffer, ein Macher und ich muss dann auch sofort Erfolge sehen.
Ich habe zu meinem Mann auch gesagt, ganz ehrlich, der Zeitpunkt wird kommen, wo du mich wie ein Häufchen Elend wieder aufsammeln musst. Kam jetzt bis jetzt noch nicht, toi toi toi, aber ja, das ist sicherlich so, dass die größte Angst auch glaube ich, wo viele einfach haben, dass es dann doch nicht reicht und dass man dann doch vielleicht wieder den Schritt zurückgehen muss und aus dieser Angst daraus, die lehnt uns ja oft. Ja, wie gesagt, ich hatte dann sehr, sehr viel Glück, auch über das Netzwerken sicherlich, aber bei den richtigen Leuten zur richtigen Zeit irgendwo präsent zu sein, von dem her toi toi toi, aber da brauchen wir uns nichts vormachen, der Zeitpunkt kommt und das ist eigentlich, glaube ich, das Schwierigste an der ganzen Sache.
Sich auch daran zu gewöhnen, dass es ein Auf und Ab immer geben wird. Absolut, also ich erinnere mich an die ersten Tage, wo ich dann auch daheim war und gesagt habe, wie krass einfach nur so viel Höhen und Tiefen an einem Tag dieses Gefühls durcheinander, wo du sagst, hey, super geiler Auftrag gewonnen, aber IT hat nicht funktioniert oder da gab es einen Rückschlag und das alles auf einmal irgendwo zu verkraften, das hast du glaube ich in einem normalen Arbeitnehmerverhältnis nicht so sehr, weil du halt einfach auch nicht so viele Hüte und nicht so viele Rollen spielst. Oder es endet dann um 16 Uhr quasi.
Absolut, ja, auch das, ich war immer schon auch jemand, der wirklich auch gern mal die extra Meile gegangen ist, wie man so schön sagt, aber die Eigenmotivation, wenn es dein eigenes ist, ist nochmal eine ganz andere und ja, ich habe schon auch sonntageweise, abendeweise, brauche ich dir wahrscheinlich nichts erzählen, wo du dann doch dran sitzt, weil du halt nicht den Stift fallen lassen kannst und ich persönlich finde es sehr, sehr schön, also da merke ich, dass es für mich auch einfach das Richtige ist. Sehr cool, hol uns doch mal kurz ab, was denn dein Business ist und was du denn machst überhaupt? Ja, sehr gerne. Mein Fokus liegt darauf, Unternehmern, Selbstständigen dabei zu helfen, ihre Klarheit zu finden in puncto Vertrieb und Marketing.
Also ganz konkret ist es ja so, dass viele Unternehmen ein super gutes Produkt haben, ein super Angebot, der Markt im glücklichsten Fall auch noch da ist, aber irgendwie läuft es nicht so richtig und das kann jetzt unterschiedliche Ursachen haben, entweder bin ich gerade ein Startup und ich weiß noch gar nicht so richtig, wie, ich habe noch gar keine Vertriebskanäle aufgebaut oder sowas, es kann aber auch sein, ich bin ein Unternehmen, schon keine Ahnung, 75 Jahre am Markt, zweite Generation, dritte Generation, mich haben bis dato meine Bestandskunden getragen und irgendwie geht es dann nicht weiter und oftmals ist man ja da einfach auch festgefahren und genau da komme ich ins Spiel, eben weil ich jetzt nicht, sage ich mal, aus der Theorie komme, sondern aus der Praxis. Ich habe sowohl im Marketing als auch im Business Development als auch im Thema Vertriebsmanagement, Vertriebsleitung jetzt an verschiedenen Stationen Erfahrungen sammeln dürfen und die verbinde ich jetzt, sodass du wirklich sagen kannst, halber Tag Workshop und du weißt, wo du für dich ansetzen musst, dass das wieder was vorwärts geht, weil oft ist es ja so, es kommt eine Agentur, die sagt, hey Online-Marketing, das ist absolut deins oder wie auch immer und gerade also viele selbstständige oder kleinere Unternehmen, sage ich mal, die lassen sich ja dann oft irgendwie, ich sollte da was tun und ich weiß, ich sollte da was tun, oft auch in eine Richtung drängen, die vielleicht gar nicht ihres ist, die sich vielleicht auch gar nicht gut anfühlt, die am Ende vom Tag wahrscheinlich auch nicht funktioniert, weil sie einfach diesen gesamten Prozess, wo muss ich ansetzen, was ist meine Zielgruppe, wen muss ich mit welchen Inhalten, wo abholen, weil sie das gar nicht verstehen und genau da komme ich ins Spiel, wo es dann ja sehr sehr praxisnah, logischerweise, aber wo wir dann einfach auch in einem halben Tag, Tag Klarheit schaffen, was die nächsten wirksamen Schritte sind. Du hast ja auch schon erzählt eben, wo wir vorher kurz gesprochen haben, dass es nicht unbedingt an den Tools liegt, an den fehlenden oder an fehlenden Angeboten, sondern halt eben oft erst mal die Richtung vorzugeben, wo will ich denn überhaupt hin.
Auch genau, genau, also wo will ich hin vor allem, aber eben auch, wie ist denn mein erster Schritt vielleicht einfach, also ich hatte jetzt einen Unternehmer vergangene Woche, der hat gesagt, ganz ehrlich, wenn ich mit jemandem ins Gespräch komme, dann bei acht von zehn Kandidaten habe ich einen Auftrag. Super, also da würden sich andere die Finger danach lecken, aber das bis zum Gespräch, das war sein Knackpunkt, wo er einfach gesagt hat, ich mache das nicht so gerne und ich weiß nicht und ich habe schon das probiert und ich habe schon das probiert, aber da hat er einfach eine andere Zielgruppe gehabt oder andere, also die musste er anders ansprechen und es war ihm bis dahin einfach überhaupt nicht bewusst, wo sein Problem liegt und da haben wir jetzt einen konkreten Ansatz, wo wir einfach auch damit arbeiten können, wo wir sagen können, okay, wie machen wir das, dass du einfach da ins Bewusstsein deiner Kunden kommst, ohne dass es sich für dich irgendwie nach, ich dränge denen was auf oder ich fühle mich damit nicht gut anfühlt. Ja, das heißt, du hast ja dann auch deine verschiedensten Herangehensweisen und Tools, wie du dann mit dem Kunden vorgehst, oder? Ja, klar, also viel, der Großteil ist nicht neu erfunden, es wird bloß meistens eben in diesem gesamtheitlichen Ansatz, finde ich, wird es nicht klar genug übereinandergelegt oder oft auch nicht klar genug an die Unternehmer adressiert, weil ganz viel wird in die Schublade Marketing oder in die Schublade Vertrieb geschoben und da dazwischen, da passiert in vielen Punkten nicht sehr viel, also dieser Bruch, der da entsteht, da gehen so viele Kunden und Aufträge verloren und er hat so viel Potenzial, aber wie gesagt, durch diese Schubladen, Marketing oder Vertrieb, glaube ich, da kommen einfach auch bei gewachsenen Unternehmen einfach auch Schwierigkeiten auf, weil man da schon sehr viel in Silos irgendwo denkt.
Ja, was würdest du dann gerade Gründerinnen empfehlen, wenn es um das Thema Vertrieb geht? Gründerinnen würde ich empfehlen, frühzeitig tatsächlich sich Gedanken zu machen zu den Kunden, zu den eigenen Stärken und Schwächen auch, da gibt es auch, also alles vorhandene Tools, sei das jetzt die Customer Journey oder mit Personas zu arbeiten, Storytelling, ich meine, das sind alles Schlagworte, die man machen kann, man kann die overengineeren, man kann die aber auch vergessen, vielleicht auch nicht so schlimm, solange man das Bild für sich im Kopf hat, aber ich glaube, ganz vielen hapert es daran, dass sie gar nicht so genau wissen, wer sind denn meine Zielgruppen, wie verhalten die sich, wie haben die, also was für ein Fachwissen haben die, vielleicht kann ich mit denen fachlich schon anknüpfen oder muss ich die auf einer anderen Schiene erwischen, muss ich da vom Problem kommen und ihnen erzählen, was sie für Probleme haben, was sie durch mich lösen können, das sind so die Punkte, wo man, glaube ich, wenn man da in der frühen Phase Klarheit darüber hat, sich sehr, sehr viel Energie und auch Geld sparen kann, mit Themen, die man vielleicht dann halt merkt, ist es doch nichts, sondern dass man einfach gleich das Richtige macht und die Kunden auch richtig anspricht an der richtigen Stelle. Da hat man wahrscheinlich, sage ich jetzt mal auch als Selbstständige, einfach oft Mainz-Themen oder Denkfehler, warum man vielleicht denkt, es funktioniert jetzt nicht. Absolut, ich glaube gerade Frauen neigen ja dazu, sich da immer irgendwie zu sehr unter den Scheffel zu stellen und auch aus meiner eigenen Erfahrung heraus dieses Thema sichtbar werden, habe ich auch als sehr komisch empfunden, obwohl jetzt sicherlich andere von mir sagen würden, ich bin eher die Rampensau, aber wenn es dann um dich selber geht, um deine eigene Dienstleistung, die du verkaufst, dann kommen automatisch von innen raus diese Stimmen, die auf deiner Schulter sitzen und irgendwie sagen, weiß nicht, fühlt sich komisch an.
Es ist ja auch ungewohnt, also das muss man auch ganz, ganz klar sagen und ich glaube, daran muss man sich gewöhnen und dass das einfach Teil dieser Selbstständigkeit ist, dass man eben auch in einem gewissen Maß einfach sichtbar wird und nach außen hin einfach Präsenz zeigt und den einen oder anderen Selbstzweifel, der da sicherlich kommt, einfach auch mal, also den muss man einfach auch aushalten können, aber ja, ich glaube, Frauen gestehen sich das eher ein, lass es mich so rum sagen, Männer, die blenden da an der einen oder anderen Stelle eher drüber hinweg, aber ja, das definitiv. Und den Perfektionismus gerne auch mal zur Seite legen, Hauptsache mal zu starten. Ja, den Perfektionismus kann ich auch ein bisschen was beitragen dazu.
Ich bin grundsätzlich ein sehr, sehr perfekter Mensch und dadurch, dass ich ja eigentlich, also meine Laufbahn habe ich im Marketing gestartet und ich sage immer, ich kann das nicht aufhören, ich kann nicht hinschauen und für mich ist es ganz, ganz schlimm, irgendwie Sachen, die jetzt nicht perfekt gelayoutet sind oder irgendwie sowas in den Druck zu geben oder auf die Webseite zu stellen oder sonst was. Aber das blockiert tatsächlich, es blockiert und ich habe also jetzt auch beim Arbeiten mit meinen Kunden immer eigentlich ein Credo, dass ich, also ich finde, man muss ins Machen kommen und ich stelle immer ganz gerne Leitplanken auf, also natürlich jetzt sinnbildlich Leitplanken, wo sie, wo sie nicht hinwollen. Also sie wissen manchmal noch nicht ganz genau, was sie machen wollen oder wie sie es machen wollen, aber sie wissen manchmal sehr, sehr genau, was sie nicht machen wollen und das reicht.
Das reicht, dass ich mal weiß, ich muss nicht nach hinten gehen oder nach links oder nach rechts, sondern ich muss nach vorne gehen und dann kann ich anfangen zu laufen und den Rest mache ich dann auf dem Weg und genau das ist es, also diesen Perfektionismus, dass ich von vornherein einen perfekten Plan habe, über Bord werfen und wirklich sagen, ich mache das im Laufen und da ist natürlich auch einfach ein Sparing oder eine Begleitung sehr, sehr wertvoll. Wenn du mal kurz WhatsApp schreiben kannst, du, ich habe das oder das, was denkst du dazu? Ja, den Blick nochmal von außen drüber schauen lassen, ja, das stimmt. Sehr cool.
Wir haben noch das Thema Verkaufen versus Vertrieb. Was ploppt da in dir auf? Rote Tücher. Ja, ich bin, keine Ahnung, ich habe mit einigen schon gesprochen, die haben das immer als alte Schule bezeichnet.
Ich persönlich fühle mich gar nicht so alt, als dass ich mich selber in eine alte Schule einordnen würde, aber mir ist ganz, ganz wichtig, dass, also ich bin kein Verkäufer, da kann man über das Wording streiten und jeder interpretiert das sicherlich anders, aber ich finde, wenn ich jemanden nur was verkaufe, hey, ich habe hier das tollste Produkt und meine Leistung und das ist meins, dass das funktioniert, sage ich mal, bei Standardprodukten. Ich komme jetzt aus der, also von meinem Background her, ich habe Vertrieb für Elektronikdienstleistungen gemacht, da hatte ich kein Produkt, das heißt, das war erklärungsbedürftig, das war komplex. Was verkaufe ich da? Also ich verkaufe sicherlich keine Firmenpräsentation.
Das ist für mich dann auch der Unterschied zwischen Verkauf und Vertrieb, sondern ich muss den Kunden verstehen, ich muss mit dem Kunden ins Gespräch kommen. Ich hatte früher einen Chef, der hat gesagt, wer fragt, führt und, also auch schon ewig her, aber das hat mich geprägt, weil tatsächlich der, also durch dieses Nachfragen komme ich dazu, dass ich den Kunden verstehe, dass ich sein Problem verstehe und keine Ahnung, ob meine Dienstleistung die richtige ist. Vielleicht kenne ich jemand, vielleicht kann ich sie anbieten, vielleicht ist auch manchmal einfach nur ein Sparing, was er braucht, aber der Kunde fühlt sich gehört, er fühlt sich verstanden und das ist irgendwie so ein Maß an Vertrauen, was sich da dann auch aufbaut, was ich für Vertrieb wahnsinnig, wahnsinnig wichtig finde und dann kann man wieder machen den Schwenk zum Netzwerk.
Vielleicht habe ich ja jemand in meinem Netzwerk, der da unterstützen kann, der da fachlich irgendwie besser, tiefer im Thema ist und das ist für mich, also dieses ganze Thema Vertrauen und Kundenverständnis ist für mich elementar wichtig und da finde ich oft beim Verkauf ist das zu wenig berücksichtigt. Und eben gerade auch bei der Dienstleistung, wo ich ja eben etwas tue für den anderen und eben keine Sache habe in dem Sinne, ist ja das Vertrauen und die Personal Brand, die Person, die dahinter steht, erstmal das Wichtige eigentlich. Absolut, ich habe immer gesagt, ich verkaufe mich, also hört sich natürlich frustrierend an, aber genau das ist, was es ist.
Den Leuten muss meine Art gefallen, dem muss meine Nasenspitze gefallen, die müssen Vertrauen haben, dass ich ihr Problem lösen kann und dann funktioniert das auch, aber da bist du auf einer ganz anderen Ebene, wie wenn ich dir jetzt ein Datenblatt hinlege und sage, hey das ist die beste Pfanne oder der beste Staubsauger oder sonst was und das ist eigentlich so der Unterschied. Ich hatte mal eine ganz skurrile Situation, das war auch in einem Networking-Event, da war ein CFO, also ein Finanzvorstand, an einem Tisch gestanden und irgendwie verschiedene Dienstleister drumherum und dieses Gespräch, das war unterhaltsam, muss ich sagen, ich habe dann irgendwann mich rausgenommen und nur noch zugehört, das war einfach kein natürliches Gespräch, sondern er hat irgendwie einen Schwenk aus seiner Firma erzählt und jeder hat mit seinem Fachbereich irgendwie darauf geantwortet, ja da ist besonders wichtig, dass man da gute PowerPoint-Schulungen macht, ja da ist aber KI besonders wichtig, das ist für mich der Unterschied zwischen Verkauf und Vertrieb, also ob ich wirklich einfach nur einen Anker suche, wo ich dann wieder mit meiner Lösung kommen kann oder ob ich wirklich den Kunden sein Problem verstehe. In dem Fall hat er tatsächlich eine Vertretung für sich selber gesucht, was aber irgendwie niemand rausgehört hat, weil jeder wollte ihm KI oder was anderes verkaufen.
Gehst du dann da mit deinen Kunden auch auf Kommunikation eben ein, dass ihr da auch Training macht, wie spreche ich dann mit meinen Kunden, was habe ich für eine Wortwahl? Gute Frage, bisher nicht, nein, vielleicht sollte ich das tun. Ich habe also tatsächlich, muss ich sagen, die Wortwahl und Kommunikation überlasse ich momentan den Kunden tatsächlich noch selber, weil ich finde, da muss jeder für sich authentisch sein und der eine zu dem passt, wenn er so ein bisschen rabiater ist, der andere ist da eher vorsichtig in der Wortwahl, also da das für mich so ein bisschen auch Persönlichkeit, wo ich jetzt nicht den Schwerpunkt habe. Was ich aber durchaus eben mache, ist so Techniken im weidischen Sinne, wenn man so will, also wann, welche Inhalte sollten wir fragen, also so auch in diesem ganz klassischen Sales Funnel, wann solltest du welche Inhalte grob wissen von deinen Kunden und wenn du da so einen gewissen Fragenkatalog, sage ich jetzt mal, im Hinterkopf hast, dann geht das Gespräch automatisch und dann wirkst du auch nicht so, als ob du sagst, ich habe jetzt eine Frage, wie viele Mitarbeiter hat ihr Unternehmen und wie viel Umsatz haben sie da gemacht, sondern dann geht es in so einen Redefluss über und ich glaube, in dem Moment, wo du mit deinem potenziellen Kunden ein natürliches Gespräch führst und zu jeder Frage, die du stellst, auch irgendwie eine Verwendung hast, okay, wenn sie jetzt so und so groß sind, dann haben sie wahrscheinlich auch das und das und das Problem, dann läuft es meistens automatisch, also von dem her, meine Sensibilisierung geht eher in die Richtung, wie erkenne ich das Problem meiner Kunden, wie frage ich so danach, dass ich dann auch ihn da genau erreiche.
Wo bist du jetzt mit deinem Business vertreten, also du machst ja viel remote, hast du irgendwie vom Standort her eine Zielgruppe oder in welchen Bereichen du unterwegs bist, auch branchenmäßig? Also ich gestartet habe, habe ich gesagt, ich mache das regional, jetzt habe ich einen Kunden in Aachen oben, der aber halt alles remote macht, also von dem her, ganz klares Ja und Nein, immer wenn es dann in Richtung Präsenz geht, soll es irgendwo jetzt Memmingen-Ulm plus zwei Stunden Fahrzeit, sagen wir es mal so, gemacht werden, aber alles, was dann auch remote möglich ist, da kann man auch auf Teneriffa sitzen, eine Kollegin von mir sitzt jetzt auf Fuerteventura, also da gibt es verschiedene Möglichkeiten natürlich und von der Zielgruppe her, ich komme aus dem B2B-Industriebereich, das ist sicherlich gerade auch dann, wenn es wirklich in komplexere erklärungsbedürftige Produkte, Dienstleistungen geht, historisch gewachsene Unternehmen, wie man ja so schön auch sagt, da komme ich her, das ist sicherlich auch mein Steckenpferd, was mich von vielen anderen abhebt, dass ich genau das kann. Ich habe aber auch das letzte halbe Jahr festgestellt, dass das kein Ausschlusskriterium ist, weil viele Themen, also gerade diese Gedanken, die man sich machen kann zu, wie tickt eigentlich mein Kunde, wann in seiner Kundenreise muss ich ihn, wo, mit welchen Sachen abholen, das funktioniert genauso gut für Selbstständige. Da bin ich halt mit den ganzen Kanälen nicht ganz so affin, also Insta ist jetzt zum Beispiel überhaupt nicht meins, aber dafür gibt es auch Experten.
Diese Klarheit, wann muss ich vielleicht wo sein, mache ich mehr Masse oder mache ich mehr Klasse oder das geht und funktioniert trotzdem tatsächlich, also von dem her. Ja, aber eben erstmal jemanden an der Hand zu haben, der einem die Richtung vorgibt und wie wir eben vorher schon gesagt haben, die Pfeile erstmal steckt, da fehlt ja oft schon der erste Schritt. Und tatsächlich ist das auch oft so, das habe ich auch von einem Kunden wiedergespiegelt bekommen, der auch gesagt hat, der hat so zwei Unternehmen aufgebaut und also wirklich auch wahnsinnig viel Erfahrung als Unternehmer selber, hat jetzt aber dann durch einfach auch hohen Tips auch bei ihm einfach jetzt gerade so einen Punkt erreicht, wo er einfach gesagt hat, ich weiß gar nicht mehr, wie ich da jetzt rauskomme.
Und da war es wirklich so, der hat mir das auch wiedergespiegelt, der hat gesagt, ganz ehrlich, halber Tag diese Klarheit, wo ich hänge und wo ich nicht hänge, das ist Gold wert, weil jetzt weiß ich wieder, wo ich aufsetzen muss und das ist schon auch ein schönes Feedback für mich. Also das hat mir dann wirklich auch viel gegeben, um wieder diesen Schwenk zu diesen inneren Selbstzweifeln zu machen. Also manchmal muss man sich das einfach auch bewusst sein, dass dann einfach so ein Lob auch einfach mal sacken darf und einfach auch mal als das angenommen werden darf.
Total, ja und einfach auch mal zurückblicken, was man eigentlich dann schon geschafft hat. Das fällt ja oft unter den Tisch, man merkt so, was noch nicht klappt, aber man beachtet dabei nicht, was schon alles funktioniert. Absolut, absolut.
Ich habe tatsächlich so einen ganz eigenen Dings, also ich suche immer mein Highlight of the day, dass ich sage, ganz ehrlich, jeden Tag, auch wenn du denkst, du hast überhaupt nichts geschafft, aber irgendwas gibt es immer, wo du für dich einfach sagen kannst, da bin ich jetzt einen Schritt weiter gekommen, weil ich glaube, sonst verliert man sich irgendwo in dieser, ich weiß ja gar nicht, wo anfangen, wo aufhören Blase und ich weiß nicht, was ich als erstes machen soll und da wirklich den Fokus zu setzen und jeden Tag eine Sache zu finden, die dann das Highlight des Tages sind, das ist eine gute Sache, finde ich. Sehr cool. Magst du uns zum Abschluss noch eine Kernbotschaft, einen Gedanken mitgeben für die Gründerinnen, gerne zum Thema Selbstständigkeit aufbauen, aber natürlich auch zu deinem Vertriebsthema, was dir da so in den Sinn kommt? Gerne.
Also ich finde immer und ich glaube, das ist auch für Gründer oder Gründerinnen in der Selbstständigkeit ganz, ganz wichtig, machen, also ins Umsetzen kommen, ins Tun kommen, ist das Wichtigste. Man findet immer Gründe, warum, also unser Gehirn tickt ja so, man findet immer Gründe, warum man jetzt Sachen nicht macht und jede dieser Ausreden ist gut und ist sicherlich berechtigt, aber irgendwann muss ich einfach mal anfangen. Ich muss erst die Hörer in die Hand nehmen, die erste E-Mail machen.
Es ist nicht perfekt, da muss man sich glaube ich auch davon verabschieden, aber man muss für sich einfach entscheiden. Wenn ich selbstständig bin oder werden will, dann habe ich das Zepter in der Hand und dann muss ich einfach auch ins Machen kommen und das ist so, also das muss glaube ich im Kopf den Schalter umlegen, dass man, dass man genau dieses Mindset einfach für sich auch entscheidet und um den Schwenk wieder zum Vertrieb natürlich zu machen, ich glaube auch, dass das Klarheit und zwar ganz egal, ob das jetzt über Vertrieb, Marketing oder Kundenprozess ist oder eben auch über, wer bin ich denn eigentlich, was fühlt sich nach mir an, also was für eine Dienstleistung, verkaufe ich oder was für ein Produkt verkaufe ich, bin das ich? Klarheit ist glaube ich ein ganz, ganz wichtiger Punkt, gerade in der heutigen Zeit, wo ja doch das Angebot sehr, sehr breit ist, entscheiden glaube ich so Nuancen, wenn man das so nennen will, ob jemand authentisch sich selber sein Angebot verkörpert oder nicht und damit hat man dann auch natürlich die Grundlage, um erfolgreich Vertrieb zu machen, wenn das Produkte passen. Ja, mega.
Dann, dankeschön Martina für das Gespräch heute. Sehr, sehr gerne. Hat mich auch gefreut.
Ja, sehr gut und dann bis zum nächsten Mal. Bis dann, ciao.
(Transkribiert von TurboScribe. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.)
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